Überschallflugzeug über dem Main Kinzig Kreis

Juli 14, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor gerade 15 Minuten, um 18:55 am 14.07.2017, knallte es am Himmel. Einmal. Zweimal. Wieder flog ein (?) Überschallflugzeug über die Wohngebiete des Main Kinzig Kreises und die Häuser wackelten. Die ratlosen Bewohner sammelten sich auf den Straßen und guckten verwirrt in den Himmel. Ist nun Krieg? So fühlt es sich zweifelsohne an hier. Es kann einfach nicht sein, daß man Überschallflugzeuge über Wohngebiete fliegen läßt. Schon wieder. Man hat als Bewohner dieses Landes wohl nicht mehr viel zu erwarten, wenn es so weiter geht.

Ich bin entrüstet, enttäuscht und leider vor Ort.

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Das Niemandsland der Deutschen Post: Nürnberg

Juli 14, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich weiß nicht, warum. Aber Nürnberg ist ein schwarzes Loch, in dem Päckchen, Briefe und Postkarten verschwanden – und zwar ziemlich genau die Hälfte davon. Da hatte wohl jemand lange Finger… Päckchen kamen nur an, wenn sie versichert waren. Die erste Zeit mit Dem Mann und der Entfernung war daher besonders schlimm. Kleine Überraschungen per Post waren nicht möglich, weil es eben einfach nie ankam.

Wenn man die Mitarbeiter der Post darauf ansprach, hieß es, daß sie bei unversicherten Päckchen nicht dafür haften. Ja, dann dürfen sie diese Dienstleistung gar nicht anbieten. Zumindest für die Zustellung müssen sie haften, immerhin ist es ganau das, wofür man bezahlt.

Ich bin auf jeden Fall enttäuscht und so gerne ich Briefe und Postkarten versende, es bleibt immer ein bitterer Nachgeschmack. Weil man sich auf die Post eben nicht verlassen kann.

Wie mir ein Jahr abhanden kam…

Juli 13, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor einem Jahr, naja, bald vor einem Jahr, hatte ich einen schweren Autounfall. Leider war Der Mann und der Hund mit im Auto und wir alle wurden verletzt. Wie es dazu kam… eine Dame war so unaufmerksam und nahm mir so knapp die Vorfahrt, daß eine Reaktion nicht nur nicht mehr möglich war, sondern auch nichts mehr gebracht hätte. Es war quasi ein Frontalzusammenstoß. Die Frau, die uns entgegen kam, wollte nämlich links abbiegen. Und wer fährt da gerade auf der Fahrbahn? Dummerweise wir.

Wir waren kurz ohnmächtig. Dante ist aus Panik entwischt. Das Auto war Schrott.

Dank der Umstehenden Leute wurde die Polizei und ein Krankenwagen schnell gerufen. Wir hatten keine schweren Verletzungen, die andere Dame hoffentlich auch. Sie sprach kein Wort mit uns, weder vor Ort, noch später. Die Kommunikation erfolgte über die Polizei und den Anwalt – mit der Versicherung (nicht mit ihr selbst). Ein wenig hätte ich mir gewünscht, daß sie zumindest mal fragt, wie es uns geht. Wir fragten sie noch am Unfallort und erhielten ein Nicken. (Sie sprach aber mit anderen.) Nachdem die Polizei den Bericht aufnahm und die Sache „eindeutig“ war, ich unterschrieben habe, daß das Auto abgeschleppt werden soll und sie versicherten nach dem Hund zu gucken, durften wir mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Da durch die Gurte unsere Tshirts zerrissen waren und wir davon auch Schürfwunden und seltsame Platzwunden und Verbrennungen (AirBag) hatten, wirkten wir wohl nicht gut auf Mitmenschen. Nunja, nachdem wir entlassen wurden – keine schweren Verletzungen, wunderten wir uns schon. Ja, wir wir uns erst am Abend wunderten! Bis dahin konnten wir uns nicht bewegen. Nunja, nach dem Krankenhausaufenthalt sind wir nochmal zum Unfallort gefahren und haben nach dem Hund gesucht. Sind die Straße auf und ab gelaufen, in den Wald gerufen. Die Polizisten, die den Unfallbericht aufnahmen, sahen uns und hielten an. Das ist die netteste Begegnung mit Polizisten, die ich je hatte! Sie übergaben uns die Informationen der anderen Fahrerin, die wir bis dahin nicht hatten und sagten, daß sie selbst die Strecke bereits 3-4 Mal abgefahren sind, um nach dem Hund zu sehen. Ach, der gute Hund! Wir hatten ihn da gerade zwei Monate! Wir fanden ihn nicht und die Polizisten versicherten uns, daß sie sich so schnell wie möglich melden, wenn sie ihn finden.

Wir fuhren nach Hause und zogen uns Shirts an, die nicht eingerissen sind und legten uns gerade hin. Ich hatte nie gedacht, daß Umziehen und Hinlegen so viel Schmerzen bereiten kann! Nunja, kaum hingelegt, rief uns die Polizei an. Dante hatte sich in einem Lagerhaus mehrere Kilometer vom Unfallort verschanzt und sie bekommen ihn nicht raus. Aufstehen sollte noch schmerzhafter sein als Hinlegen, wir taten es dennoch und ließen uns hinfahren. Ein Auto fehlte uns da ja bereits. Eine Viertelstunde mußten wir auf den Hund gut zureden, damit er sich hinaus traute. Wir legten ihn ruhig an die Leine und er humpelte mit uns zum Auto. Danke liebe Polizei! Er hatte wohl einen Großeinsatz ausgelöst. Nochmals Danke! Nur dank des Einsatzes der Hundefreunde der Polizei ging es so schnell. (Wir schickten ihnen im Nachhinein eine Dankeskarte.) Mit dem Hund sind wir erst einmal zum Tierarzt, den wir bereits über den Notfall informierten. Innere Verletzungen etc. wollten wir auch beim Tier nicht übersehen wissen.

Er humpelte. Er humpelte noch Wochen später. Noch Wochen später hatten auch wir noch Schmerzen der Prellungen. Es wurde irgendwann geröntgt, eines seiner Hüftgelenke war wohl ausgekugelt und bereits verformt. Der Unfall war nicht die Ursache, hatte jedoch zur Verschlimmerung beigetragen. Er hatte eine Femurkopfresektion, wobei ihm ein Teil des Oberschenkelknochens (der Gelenkkopf) entfernt wurde. Er überstand es relativ gut.

Ich muß sagen, daß für mich der Unfall unglaublich belastend war. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Ich war anfälliger für Krankheiten, mehr als je zuvor. Es war verrückt.  Jetzt ein Jahr später, erholt sich auch langsam mein Geist. Autofahren ist mir aber ein Graus. Es wurde mir schmerzlich klar, daß es egal sein kann, wie aufmerksam und vorsichtig ich bin. Wenn andere es nicht sind, bin ich dennoch im Zweifelsfalle tot.

Wie Jahrhunderte funktionieren… oder „Wann war eigentlich…?“

Juni 29, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Diese Frage spukte mir schon seit einiger Zeit im Sinn, eigentlich keine Frage meinerseits, denn ich kenne die Antwort ja. Es war eine Frage, die während des Studiums an unsere Professoren gestellt wurde und kürzlich auch mir. Im Alltag hatte man meiner Antwort jedoch nicht geglaubt, so fest saß der Irrglaube.

Es ging um die Jahrhundertbezeichnungen und Datierungen. Es ist immer blöd, wenn jemand behauptet: „Es ist mein Job, ich muß das ja wissen!“ In diesem Fall argumentierte ich ebenso. Als Historiker müßte ich wissen, wie Jahrhunderte funktionieren. Tue ich auch. Es ist ganz einfach:

Wenn man von Jahrzehnten spricht, so benennt man das Jahrzehnt nach dem, was es ist: Alles, was zwischen 1960 und 1969 gewesen ist, sind die 60er Jahre, zwischen 1940 und 1949 die 40er und so weiter. Bei Jahrhunderten läuft es etwas anders. Das 19. Jahrhundert etwa begann nicht 1900, da endete es. 1800 bis 1899 ist der Zeitraum, der als 19. Jahrhundert bezeichnet wird, ab 1900 beginnt bereits das 20. Jahrhundert. Wir leben im 21. Jahrhundert.

Es scheint nur ein kleiner Irrtum zu sein, dem meine Diskussionspartner da erlegen waren. Ohne diese kleine Unterscheidung sprachen sie aber immer von der falschen Zeit. Und stelle man sich mal eine Prüfungssituation vor! Da liegt man ganz schnell mal 100 Jahre daneben. Das muß doch nicht sein. 😉

Sollbruchstelle

Juni 27, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal ist ein Wort genug, um so viel auszudrücken. Da gibt es EinWortGedichte, die so viel ausdrücken, weil man selbst so viel hineininterpretiert. Da gibt es aber auch ganze Abhandlungen über Wörter, Gefühle, Gegenstände und Ereignisse. Eines der Wörter, die mich seit Jahren schon faszinieren und die für mich nach einem Gedicht klingen, ist:

Sollbruchstelle

 

Es ist nicht nur der technische Begriff, die Stelle eines Bauteils, die im Notfall zu brechen hat. Für mich haben auch wir und bauen wir in unserem Leben und Beziehungen Sollbruchstellen. Ein Glück nur, daß wir sie nicht immer brauchen.

Freiheit

Juni 12, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Vorgestern hatte ich eine hitzige Diskussion mit meinem Vater, der ein großer Fan von Trump und Putin ist. Er wetterte über alle anderen Staatsoberhäupter, wie lächerlich und furchtbar sie wären. Ein Beispiel war Frau Merkel, die bei einem Treffen mit Putin wohl geäußert hätte, daß sie sich „Sorgen um die Homosexuellen“ machte. Wenn sie in Rußland sind, finde ich diese Sorge durchaus nachvollziehbar. Leider ist die russische Gesellschaft sehr ablehnend gegenüber Homosexuellen.

In dieser Diskussion kam ich nicht dazu zu fragen, warum man die Freiheit haben sollte, jeden zu hassen, aber nicht jeden zu lieben.

Und auch da ist Frau Merkel kein glänzendes Beispiel. Die Ehe für alle findet sie leider schlecht. Warum diskriminieren? Ehe ist Ehe. Liebe ist Liebe. Mensch ist Mensch. Jeder sollte lieben und heiraten dürfen.

Wann Gewohnheit gefährlich wird

Juni 1, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

In vielen Situationen können Gewohnheiten nützlich sein. Die Gewohnheit nach der Schule die Hausaufgaben direkt zu machen, die ich dank meiner Mutter hatte. (Oh, war das eine harte Arbeit, mir das beizubringen.) Oder die Gewohnheit direkt nach dem Kochen aufzuräumen, so sammelt sich nicht so viel an. Andere Gewohnheiten sind weniger praktisch im Alltag und können sogar zu Problemen führen. Die Gewohnheit etwas nicht zu tun, ist nämlich auch nicht nur Müßiggang, sondern eben eine Gewohnheit, Tätigkeiten sein zu lassen. Die fehlende Gewohnheit täglich zu saugen, wenn man einen Hund hat – bald hat man die Wohnung voller Haare. (Die Gewohnheit zu saugen, mußte ich mir aneignen, weil ich nicht in der haarigsten Wohnung der Welt leben wollte und man hat dieser Kurzhaarhund viele Haare, die ihm ausfallen.)

Viele Gewohnheiten, die im Alltag ausgelebt werden, können aber nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden. Etwa die Gewohnheit schroff zu seinen Kindern zu sein, weil man dann eventuell nicht mehr merkt, wenn Grenzen überschritten werden – und ja, man kann mit Worten verletzen. Oder die Gewohnheit, die manche Kinder annehmen, andere Kinder (leider oft immer dieselben) zu ärgern/beleidigen/mobben. Es ist oft dann keine rationale Entscheidung mehr, wenn es denn jemals eine war, gegen das Kind X vorzugehen, sondern eine Gewohnheit, die dem Kind X die Schule unerträglich machen kann. Ich selbst traf jedoch auch schon auf Kinder, die fremde Erwachsene (in diesem Fall mich) beleidigten und über die Straße beschimpften, während ihre Mutter sie schweigend an der Hand hielt und hinter sich her zog. Man ist dieses schräge und schädliche Verhalten derart gewöhnt, daß man blind für die Auswirkungen sind. Dabei geht es nicht nur um den fremden Menschen, der da lauthals vom eigenen Kind angepöbelt wird, sondern auch das, wohin diese Ignoranz des schädlichen Verhaltens führen kann. Was wird aus diesem Kind denn werden, wenn es dieses Verhalten nicht irgendwann ablegt?

Gewohnheiten bringen uns auf höherer Ebene aber auch dazu, aus Gewohnheit solch negativer Verhaltensweisen von anderen, zu viel zu tolerieren. Man toleriert Fehlverhalten anderer bereitwilliger, weil man es gewohnt ist. Wenn Trump andere Staatsoberhäupter aus dem Weg schubst, um selbst ganz stolz ganz vorne zu stehen, so ist das einfach nur befremdlich. Aber man toleriert es, weil man nicht anecken will, weil man selbst sich nicht auf „dieselbe“ Stufe stellen will. Es kann gefährlich sein, sich an bestimmte Sachen zu gewöhnen, an Umstände und nicht mal einen Schlußstrich zu ziehen und seine Meinung zu sagen.

Es ist nicht ok, wenn Kinder Erwachsene anpöbeln, die sie nicht kennen. Es ist nicht ok, fremde Menschen herumzuschubsen und es nicht ok, einander zu mobben. Man sollte sich nicht an schlechte Sachen gewöhnen müssen. Handeln sollte rational bleiben und eine Entscheidung, die man trifft. Und wann würde man sich aus Vernunft je dazu entscheiden, Menschen aus dem nichts heraus zu beleidigen? Das wäre ja verrückt.

So viel zu meinen Gedanken heute. Ich würde mich sehr freuen, Eure Meinungen dazu zu hören.

Liebe Grüße,

Miss

 

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