Überschallflugzeug über dem Main Kinzig Kreis

Juli 14, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor gerade 15 Minuten, um 18:55 am 14.07.2017, knallte es am Himmel. Einmal. Zweimal. Wieder flog ein (?) Überschallflugzeug über die Wohngebiete des Main Kinzig Kreises und die Häuser wackelten. Die ratlosen Bewohner sammelten sich auf den Straßen und guckten verwirrt in den Himmel. Ist nun Krieg? So fühlt es sich zweifelsohne an hier. Es kann einfach nicht sein, daß man Überschallflugzeuge über Wohngebiete fliegen läßt. Schon wieder. Man hat als Bewohner dieses Landes wohl nicht mehr viel zu erwarten, wenn es so weiter geht.

Ich bin entrüstet, enttäuscht und leider vor Ort.

Der kleine Sexismus im Alltag

November 15, 2016 § Ein Kommentar

Wie die meisten bereits mitbekommen haben, bin ich beruflich im universitären Umfeld tätig. So kam es also, daß wir einen Workshop mit internationalen Gästen organisierten, wobei die Arbeit zu etwa 90% an der einzigen Frau im Team hängen blieb – mir. Der andere Herr in meiner Position war leider nicht einmal in der Lage, Getränke zu kaufen – er hätte den Laden doch nie gefunden!

Nunja, als es um das Einladen der Gäste ging, machten wir Vorschläge. In meinem Falle Männer und Frauen gleicher Anzahl. In der Tat hätte außer mir noch genau eine Frau vorgetragen – von insgesamt 12 Gästen. Das ist ein wirklich schwacher Schnitt. Wenn es darum ging, das Problem an der nächsthöheren Ebene anzusprechen, wurde mir – und das ist ein wörtliches Zitat! – gesagt, daß nicht mehr Frauen eingeladen wurden, „weil es nicht um Genderthemen geht, sondern um Inhalte“. Damit impliziert man doch, daß Frauen schlechtere liefern! Denn daß es genügend Frauen gibt, die zu diesem Thema arbeitet, weiß ich nur zu genau.

Historiker im Alltag

Mai 10, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Wie immer nimmt der Beruf Einfluß auf den Alltag. Man sieht bestimmte Geschehnisse anders als andere Menschen und gerät ab und an in Erklärungsnot. Gefühlt nehmen meine Kollegen das politische Geschehen mit großem Interesse und Distanz wahr.

Als Mediävist und Frühneuzeithistoriker ist man zudem oft sehr froh, daß die Personen, mit denen man Arbeitet, nicht mehr am Leben sind. Zeitzeugen – die wir alle sind – sind oftmals schwierige Gesprächspartner. Alle wissen es immer besser, ohne je ein Dokument in der Hand gehalten zu haben. Diejenigen, die das dann doch taten, sprechen nicht darüber, was die Arbeit nicht einfacher gestaltet.

Das Bewußtsein über dieses unlösbare Problem ist so tief verankert, daß es einen Kollegen während einer kleinen Konferenz dazu bewogen hatte, seinen Kommentar zu einem politischen Thema mit folgenden Worten zu beginnen:

„Als Zeitzeuge und Betroffener habe ich keine Ahnung, gebe dennoch meinen Senf dazu…“

Kluge Worte, Herr R.!

Aufgeschnappt

April 22, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Mit einem Kaffee machte ich mich heute auf den Weg ins universitäre Büro. Vor dem Gebäude stand eine Gruppe junger Studenten, von denen sich einer laut aufregte. Als ich näher kam hörte ich dann: “ … DA hat man schon mal VERNICHTUNGSGEDANKEN!!!“ In diesem Augenblick bemerkte der Student wohl auch mich und fügte entschuldigend an: „es geht ja nur um einen Menschen!“ In diesem Fall geht das natürlich klar [Ironie], es gibt ja historische Vorbilder…

Brille? Fielmann

November 29, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Erst gestern besuchte mich eine Bekannte, die von den Tücken der Beschäftigung beim Optiker berichtete. Die Kunden sind wohl teilweise eigen und abenteuerlich. Etwa, wenn ein junger Mann reinkommt und herabwürdigend Brillenn vorgeführt haben will, die „perfekt für ihn“ sind. Nur die teuersten Gestelle dürfen das sein, mit Marke! Die Gläser, die er dazu wählt, sind die, die es kostenlos gibt.

Oder die türkische Familie¹, die einfällt, weil der eine Junge eine Brille braucht und das nur fünf Minuten vor Ladenschluß.

Die junge Frau, die ihren Schmuck zum Reinigen vorbeibringt, weil dort das Ultraschallreinigungsgerät ja schon steht und der Optiker den Reinigungsservice ja anbietet.

Die Dame, die anfragt, ob man ihren Regenschirm reparieren könne.

Der Herr, der eine kaputte Brille vorbeibringt und dann GENAU DIESE gleich darauf repariert wieder mitnehmen möchte.

„Ich habe mich auf meine Brille gesetzt, nun ist diese kaputt. Ersetzen sie die?“

Die vollverschleierte junge Dame, die mit Vater kommt und eine Brille braucht, die „zu ihr paßt“.

Der junge Mann, der hereinkommt, seine alte Brille hinhängt, sich ein Gestell von der Wand aufzieht und dann wieder geht. Als er aufgehalten wurde, kommentierte er das wohl mit: „Bei anderen gibt es doch auch die Möglichkeit, sein Gerät dazulassen, wenn man sich ein anderes holt.“ (Interessante Taktik, ich würde das gerne beim Autohaus probieren. Hinfahren, Auto stehen lassen, ein beliebiges anderes mitnehmen…)

Der Kunde, der als erster bedient werden will, weil es bei ihm „sowieso schneller“ geht als bei den 10 Kunden, die vor ihm kamen.

Ach, ich kann das ganz gut nachvollziehen und bin froh, daß es bei mir und den Brillen bisher immer ganz angenehm schnell lief.

¹ Ich bin nicht gerade Fan von Vorurteilen, gebe hier jedoch den Bericht der Bekannten wieder.

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