Der Immatrikulationswahnsinn

August 7, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Besonders zum Wintersemester hin schreiben sich viele junge Student*innen ein und beginnen ein ganz neues Leben ohne Eltern… Zumindest war das bis vor einigen Jahren so. Inzwischen ist das Verwaltungsgebäude zu Immatrikulationszeiten einfach nur Wahnsinn. Ich versuche es zu vermeiden, außer es geht gar nicht anders und ich muß den ein oder anderen Vertrag doch unterzeichnen. Das Personalbüro liegt im zweiten Stock, die Student*innen müssen nur in den Ersten, das muß doch zu regeln sein. Denkste! Wie seit Jahrzehnten stehen Student*innen vor dem Studierendenbüro in einer Schlange, die draußen bis auf die Straße reicht. Das kann nervtötend sein, aber wir mußten alle schon einmal durch und haben das alle erfolgreich ertragen und sind an dieser Aufgabe gewachsen. Was sich geändert hat, sind die Eltern, die nun dabei sind. Die sind weniger kommunikativ und glauben im Recht zu sein, auch wenn sie nicht wissen, wovon. Nunja, als Mitarbeiter*in muß man nicht in das Studierendenbüro, sondern einmal quer durch diese Schlange durch und die Treppe hoch, wie ich sagte: 2. Stock. Das scheint für viele ein Problem zu sein. Die Vorstellungskraft gerät an ihre Grenzen und man wird aufgehalten und auf’s Gröbste an das Ende der Schlange verwiesen. Dies tun nicht die zukünftigen Student*innen, weil die in den meisten Fällen noch den Satz „Darf ich durch? Ich muß die Treppe hoch“ verstehen, sondern die Eltern, die sogar handgreiflich werden und den Durchgang verweigern. Es ist Chaos und unerträglich.

Liebe Eltern, Eure Kinder sind erwachsen genug, sich zu immatrikulieren, sie sind erwachsen genug, alleine zu wohnen und selbständig zu lernen. Laßt ihnen doch die Erfahrung und laßt die armen Mitarbeiter*innen, die einfach nur sicher durch die Gänge wollen in Ruhe. Keine*r hat Lust darauf, von Ihnen angetatscht und angepöbelt zu werden.

Liebe zukünftige Student*innen, Ihr schafft das auch ohne Eltern. Selbst wenn sie Euch fahren, geht doch alleine ins Gebäude, die Mitarbeiter*innen werden sich darüber freuen. Bald seid ihr sowieso mit ihnen alleine. Die meisten Mitarbeiter*innen der Universitäten wollen, daß Ihr gut durchkommt, viel lernt und stehen Euch mit ihrer Hilfe zur Seite. Nutzt das!

Einen erfolgreichen Start ins Erwachsenenleben wünscht Euch,

Miss.

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