Wie mir ein Jahr abhanden kam…

Juli 13, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor einem Jahr, naja, bald vor einem Jahr, hatte ich einen schweren Autounfall. Leider war Der Mann und der Hund mit im Auto und wir alle wurden verletzt. Wie es dazu kam… eine Dame war so unaufmerksam und nahm mir so knapp die Vorfahrt, daß eine Reaktion nicht nur nicht mehr möglich war, sondern auch nichts mehr gebracht hätte. Es war quasi ein Frontalzusammenstoß. Die Frau, die uns entgegen kam, wollte nämlich links abbiegen. Und wer fährt da gerade auf der Fahrbahn? Dummerweise wir.

Wir waren kurz ohnmächtig. Dante ist aus Panik entwischt. Das Auto war Schrott.

Dank der Umstehenden Leute wurde die Polizei und ein Krankenwagen schnell gerufen. Wir hatten keine schweren Verletzungen, die andere Dame hoffentlich auch. Sie sprach kein Wort mit uns, weder vor Ort, noch später. Die Kommunikation erfolgte über die Polizei und den Anwalt – mit der Versicherung (nicht mit ihr selbst). Ein wenig hätte ich mir gewünscht, daß sie zumindest mal fragt, wie es uns geht. Wir fragten sie noch am Unfallort und erhielten ein Nicken. (Sie sprach aber mit anderen.) Nachdem die Polizei den Bericht aufnahm und die Sache „eindeutig“ war, ich unterschrieben habe, daß das Auto abgeschleppt werden soll und sie versicherten nach dem Hund zu gucken, durften wir mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Da durch die Gurte unsere Tshirts zerrissen waren und wir davon auch Schürfwunden und seltsame Platzwunden und Verbrennungen (AirBag) hatten, wirkten wir wohl nicht gut auf Mitmenschen. Nunja, nachdem wir entlassen wurden – keine schweren Verletzungen, wunderten wir uns schon. Ja, wir wir uns erst am Abend wunderten! Bis dahin konnten wir uns nicht bewegen. Nunja, nach dem Krankenhausaufenthalt sind wir nochmal zum Unfallort gefahren und haben nach dem Hund gesucht. Sind die Straße auf und ab gelaufen, in den Wald gerufen. Die Polizisten, die den Unfallbericht aufnahmen, sahen uns und hielten an. Das ist die netteste Begegnung mit Polizisten, die ich je hatte! Sie übergaben uns die Informationen der anderen Fahrerin, die wir bis dahin nicht hatten und sagten, daß sie selbst die Strecke bereits 3-4 Mal abgefahren sind, um nach dem Hund zu sehen. Ach, der gute Hund! Wir hatten ihn da gerade zwei Monate! Wir fanden ihn nicht und die Polizisten versicherten uns, daß sie sich so schnell wie möglich melden, wenn sie ihn finden.

Wir fuhren nach Hause und zogen uns Shirts an, die nicht eingerissen sind und legten uns gerade hin. Ich hatte nie gedacht, daß Umziehen und Hinlegen so viel Schmerzen bereiten kann! Nunja, kaum hingelegt, rief uns die Polizei an. Dante hatte sich in einem Lagerhaus mehrere Kilometer vom Unfallort verschanzt und sie bekommen ihn nicht raus. Aufstehen sollte noch schmerzhafter sein als Hinlegen, wir taten es dennoch und ließen uns hinfahren. Ein Auto fehlte uns da ja bereits. Eine Viertelstunde mußten wir auf den Hund gut zureden, damit er sich hinaus traute. Wir legten ihn ruhig an die Leine und er humpelte mit uns zum Auto. Danke liebe Polizei! Er hatte wohl einen Großeinsatz ausgelöst. Nochmals Danke! Nur dank des Einsatzes der Hundefreunde der Polizei ging es so schnell. (Wir schickten ihnen im Nachhinein eine Dankeskarte.) Mit dem Hund sind wir erst einmal zum Tierarzt, den wir bereits über den Notfall informierten. Innere Verletzungen etc. wollten wir auch beim Tier nicht übersehen wissen.

Er humpelte. Er humpelte noch Wochen später. Noch Wochen später hatten auch wir noch Schmerzen der Prellungen. Es wurde irgendwann geröntgt, eines seiner Hüftgelenke war wohl ausgekugelt und bereits verformt. Der Unfall war nicht die Ursache, hatte jedoch zur Verschlimmerung beigetragen. Er hatte eine Femurkopfresektion, wobei ihm ein Teil des Oberschenkelknochens (der Gelenkkopf) entfernt wurde. Er überstand es relativ gut.

Ich muß sagen, daß für mich der Unfall unglaublich belastend war. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Ich war anfälliger für Krankheiten, mehr als je zuvor. Es war verrückt.  Jetzt ein Jahr später, erholt sich auch langsam mein Geist. Autofahren ist mir aber ein Graus. Es wurde mir schmerzlich klar, daß es egal sein kann, wie aufmerksam und vorsichtig ich bin. Wenn andere es nicht sind, bin ich dennoch im Zweifelsfalle tot.

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