Wann Gewohnheit gefährlich wird

Juni 1, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

In vielen Situationen können Gewohnheiten nützlich sein. Die Gewohnheit nach der Schule die Hausaufgaben direkt zu machen, die ich dank meiner Mutter hatte. (Oh, war das eine harte Arbeit, mir das beizubringen.) Oder die Gewohnheit direkt nach dem Kochen aufzuräumen, so sammelt sich nicht so viel an. Andere Gewohnheiten sind weniger praktisch im Alltag und können sogar zu Problemen führen. Die Gewohnheit etwas nicht zu tun, ist nämlich auch nicht nur Müßiggang, sondern eben eine Gewohnheit, Tätigkeiten sein zu lassen. Die fehlende Gewohnheit täglich zu saugen, wenn man einen Hund hat – bald hat man die Wohnung voller Haare. (Die Gewohnheit zu saugen, mußte ich mir aneignen, weil ich nicht in der haarigsten Wohnung der Welt leben wollte und man hat dieser Kurzhaarhund viele Haare, die ihm ausfallen.)

Viele Gewohnheiten, die im Alltag ausgelebt werden, können aber nicht nur lästig, sondern auch gefährlich werden. Etwa die Gewohnheit schroff zu seinen Kindern zu sein, weil man dann eventuell nicht mehr merkt, wenn Grenzen überschritten werden – und ja, man kann mit Worten verletzen. Oder die Gewohnheit, die manche Kinder annehmen, andere Kinder (leider oft immer dieselben) zu ärgern/beleidigen/mobben. Es ist oft dann keine rationale Entscheidung mehr, wenn es denn jemals eine war, gegen das Kind X vorzugehen, sondern eine Gewohnheit, die dem Kind X die Schule unerträglich machen kann. Ich selbst traf jedoch auch schon auf Kinder, die fremde Erwachsene (in diesem Fall mich) beleidigten und über die Straße beschimpften, während ihre Mutter sie schweigend an der Hand hielt und hinter sich her zog. Man ist dieses schräge und schädliche Verhalten derart gewöhnt, daß man blind für die Auswirkungen sind. Dabei geht es nicht nur um den fremden Menschen, der da lauthals vom eigenen Kind angepöbelt wird, sondern auch das, wohin diese Ignoranz des schädlichen Verhaltens führen kann. Was wird aus diesem Kind denn werden, wenn es dieses Verhalten nicht irgendwann ablegt?

Gewohnheiten bringen uns auf höherer Ebene aber auch dazu, aus Gewohnheit solch negativer Verhaltensweisen von anderen, zu viel zu tolerieren. Man toleriert Fehlverhalten anderer bereitwilliger, weil man es gewohnt ist. Wenn Trump andere Staatsoberhäupter aus dem Weg schubst, um selbst ganz stolz ganz vorne zu stehen, so ist das einfach nur befremdlich. Aber man toleriert es, weil man nicht anecken will, weil man selbst sich nicht auf „dieselbe“ Stufe stellen will. Es kann gefährlich sein, sich an bestimmte Sachen zu gewöhnen, an Umstände und nicht mal einen Schlußstrich zu ziehen und seine Meinung zu sagen.

Es ist nicht ok, wenn Kinder Erwachsene anpöbeln, die sie nicht kennen. Es ist nicht ok, fremde Menschen herumzuschubsen und es nicht ok, einander zu mobben. Man sollte sich nicht an schlechte Sachen gewöhnen müssen. Handeln sollte rational bleiben und eine Entscheidung, die man trifft. Und wann würde man sich aus Vernunft je dazu entscheiden, Menschen aus dem nichts heraus zu beleidigen? Das wäre ja verrückt.

So viel zu meinen Gedanken heute. Ich würde mich sehr freuen, Eure Meinungen dazu zu hören.

Liebe Grüße,

Miss

 

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