Kontrolle ist eine schlechte Motivation

Juni 30, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Aus welchen Gründen auch immer – meinem Professor wurde empfohlen, seine Doktoranden mehr zu kontrollieren. Das soll sicherstellen, daß sie auch wirklich fertig werden. Nunja, was es in erster Linie tut, ist ablenken.

Ich habe leider direkt nach diesem Rat zu promovieren begonnen und wurde kontrolliert. Dazu gehörte etwa, bereits nach einem Monat das Thema vorzustellen und zur Diskussion zu stellen. Daß man bis dahin gar nicht genug Material hatte, ganz zu schweigen die Zeit, sich tiefer in das Thema und die Theorie einzulesen. Nach etwa 4 Monaten folgte der erste Vortrag – „am Besten mit Ergebnissen“. Die Ergebnisse sind seitdem auch das, was man immer präsentieren muß, auch wenn man noch gar keine hat. Deswegen will man ja etwas Zeit und Ruhe zum Lesen haben, sortieren und analysieren.

Nein, nun kam die Anfrage, ob ich nicht ein bestimmtes Kapitel zusenden kann. Wenn es noch nicht existiert? Schreiben Sie doch schnell die 10-20 Seiten – in 3 Tagen! Wenn man selbst jedoch gerade an einem Vortrag zum anderen Thema arbeitet, hilft es keinem der beiden Vorhaben. Das Kapitel, welches man sich eventuell schnell zusammenschustert, wird doch nie im Leben Platz in der Diss finden und der Vortrag leidet an der Ablenkung.

Wenn man kontrollieren möchte, sollte man sich allenfalls am Promovierenden richten und sich das ansehen, was da ist und nachfragen, was gemacht wird. Der Promovierende ist immerhin in der Arbeit drin und weiß zumeist, was er gerade tut. Was die Motivation angeht, so ist weniger Kontrolle für mich immer mehr Motivation. Ich will was schaffen und nicht auf Nachfrage liefern… Zumindest gerade wäre mir das sehr recht.

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„Das nächste Mal einfach von der Leine lassen“

Juni 29, 2016 § Ein Kommentar

„Das nächste Mal einfach von der Leine lassen!“ Wir hörten das im Feld so oft, daß es schon gar nicht zu ertragen war. Unser Hund ist zwar schon ausgewachsen, bei uns ist er jedoch erst seit 6 Wochen. (Ich berichtete ja hier, daß wir gerade beginnen ohne Leine zu laufen.) Ein Hund, der uns noch nicht so lange kennt, würde ohne Leine eines machen: verschwinden – und zwar jeder Hund. Vor allem, wenn das Feld voller Kaninchen wimmelt.

Ohne Leine reagieren Hunde zwar anders als mit, unserer jedoch nicht. Er ist immernoch ängstlich, wenn sich andere Hunde (ohne Leine) zu forsch nähern und versucht sich vor uns zu verstecken. Wenn die anderen an der Leine sind, ist er jedoch aufgeschlossener und begegnet den Hunden streßfreier. Warum ihn dann abmachen? Es muß doch auch im Verständnis der anderen liegen, daß manche Hunde ohne Leine eben schwer kontrollierbar sind und unserer ist hier sicher ein harmloses Beispiel. Andere Hunde werden bei Angst aggressiv, sind vielleicht generell schlechter sozialisiert und können nicht damit umgehen, wenn fremde Hunde zu nah kommen.

Daher finde ich es schon netter, wenn vorher kommuniziert wird, wie die Hundebegegnung stattfinden sollte und auch den Hundehaltern mit Leine keine Vorwürfe gemacht werden. Die Leine haben die Hunde ja nur, weil die Hundehalter die Hunde weiterhin behalten möchten. Abgesehen davon herrscht in Wohngebieten (und hier im Wald übrigens auch) Leinenpflicht.

Wie sind eure Hunde unterwegs? Seid ihr die Ohne-Leine-Verfechter? Ich freue mich über Kommentare.

Liebe Grüße

Ach, die Autofahrer

Juni 28, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Nach einer langen Zeit ohne Auto – man brauchte es in der Stadt einfach nicht – bin ich auf dem Land dazu verdammt, das Auto häufig nutzen zu müssen. Schon der Einkauf in der Drogerie der Wahl ist mit einer Autofahrt verbunden, von Arztterminen ganz zu schweigen. Zur Post – da muß man sogar auf seltsame Pausenzeiten achten und Mittagessen geht hier außerhalb vor dem Abendgeschäft sowieso nicht. (Ich hatte mit meinem Partner schon einen Samstag damit verbracht, 2 Stunden lang ein Restaurant/Café zu suchen, welches mittags wirklich offen hat. Im Endeffekt aßen wir zuhause einen Salat. Nunja… darum soll es heute jedoch nicht gehen.

Seit ich nun regelmäßig mit dem Auto unterwegs bin, bekomme ich Gelegenheit das Verhalten der anderen Fahrer zu beobachten und mich nicht selten darüber wundern zu können. Drängen und Lichthupe in Baustellen sind noch das kleinste Übel – dabei bin ich gar nicht so langsam unterwegs, aber halt doch angemessen. Oft wird rechts überholt, am Besten kurz bevor die rechte Spur wegen einer Baustelle endet. Die endende Spur hindert Menschen jedoch auch nicht links zu überholen. Heute mußte einer nur ganz knapp hinter mir einscheren – er war nicht schnell genug und ich nur so schnell wie der Vordermann – knappe 120.

Was mich heute jedoch etwas irritiert hat, war der Fahrer hinter mir auf dem Parkplatz der Uni. Ich muß dazu sagen, daß wir viele Kaninchen auf dem Unigelände wohnen haben und diese nur bedingt Angst vor den Autos haben. Überfahren möchte man sie dennoch nicht. Ich habe also pflichtbewußt langsam abgebremst, als 3 der Kaninchen sich uneinig waren, auf welcher Straßenseite sie nun bleiben wollen. Der Mensch hinter mir hat das Abbremsen wohl so störend gefunden, daß er mich úmfahren mußte und so nur sehr knapp ein Kaninchen verpaßt hat. Wenn jemand hält, möchte man ja glauben, daß es einen Grund hat, zumal es wirklich kein Parken meinerseits hätte sein können.

Die Ungeduld der Anderen ist schon manchmal schwer zu ertragen…

 

Wie geht es euch auf den Autobahnen mit den anderen Fahrern? Oder seid ihr eher die, die sich über „Lahmärsche“ wie mich ärgern? Befriediegt meine Neugierde in den Kommentaren!

 

Mit lieben Grüßen!

Hundespaziergang am Abend

Juni 27, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Besonders in den letzten Tagen habe ich die Abendspaziergänge, die mein Partner öfter übernimmt, sehr genossen. Am Morgen bin ich oft noch etwas müde, abends hingegen war alles friedlich und das Licht so schön. Hier ein paar Eindrücke unserer Strecke.

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Den fanden wir im Wald im Graben und ich wollte ihn nicht liegen lassen. So ist er doch besser aufgehoben.

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Ich wünsche auch euch einen schönen Abendspaziergang ob mit oder ohne Tier – es lohnt sich.

Der Hundewald (Alzenau)

Juni 27, 2016 § Ein Kommentar

„Hundewald“ klingt erstmal etwas seltsam. Dabei ist das eine recht angenehme Sache. Unseren Hund haben wir ja erst knappe 6 Wochen und übten draußen fleißig an der Leine laufen, an der langen Leine laufen und zurückkommen. Aber um das ohne Leine auszuprobieren fehlte uns der Mut. Bei den Rehen und Kaninchen, anderen Hunden und Autos, die manchmal auftauchen, traut man sich im Feld und Wald eher nicht den ersten Versuch zu unternehmen.

Der Hundewald ist ein eingezäuntes Waldgebiet, nicht besonders groß, jedoch genügend, das dafür gemacht wurde, Hunden freien Auslauf zu gewähren. Bedingung ist, daß die Hunde gut sozialisiert und friedlich ist. Unserer war bei den Begegnungen eher ängstlich und ging uns anschließend nicht von der Seite. Irgendwann faßte er Mut und ging auf Entdeckungstour, blieb aber erstaunlich nah bei uns – bis er auf Hunde traf, mit denen er toben wollte. Natürlich liefen sie erstmal hin und her, spielten und dann lief er mit dem anderen Frauchen mit. Irgendwann vermißte er uns doch, rannte zurück, konnte uns nicht finden und war sehr froh über unseren Zuruf, worauf er zu uns trabte und bei uns blieb. Den ersten Versuch meisterte er gut. Seitdem üben wir manchmal an ruhigen Tagen auch im Feld hier uns lassen ihn kurz von der Leine, damit er auch Zuhause die Freiheit genießen kann.

Da der Hundewald in Alzenau nicht so einfach zu finden ist, gibt es Koordinaten, die man ins Navi eingeben kann. Diese führen direkt auf den Parkplatz (dann einfach dem Hundegebell folgen bzw. den Weg mit dem Mülleimer einschlagen).

Breitengrad: 50.07740636

Längengrad: 9.05737996

Ich hatte irgendwo gehört, daß die Besitzer der Hunde manchmal problematisch sein können, wir hatten bei unserem Besuch jedoch keine Probleme.

Wenn man mit dem Hundewald doch unzufrieden ist, kann man um ihn herum spazieren. Der Alzenauer Wald ist wirklich hübsch und der Trimmpfad, der drumherum führt gut gepflegt.

Habt Spaß mit eurem Hund. Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen!

Liebe Grüße.

Begehung eines Sonderforschungsbereiches (SFB)

Juni 27, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Im letzten Jahr fand die Begehung unseres nun genehmigten Sonderforschungsbereiches statt. Im Vorfeld wollte ich mich als angehende Doktorandin über den Ablauf und die Tücken informieren und fand erstaunlich wenige Berichte. Da dies ein spannendes Prozedere ist, will ich hier ein paar meiner Eindrücke festhalten.

Ich muß vorweghalten, daß nicht nur die zukünftigen Projektbearbeiter, also Doktoranden und PostDocs, sich nervös auf alle Besprechungen vorbereiten, sondern auch die beantragenden Professoren sich penibel vorbereiten. Man muß dazusagen, daß bevor die Begehung angesagt ist, bereits die Antragsphase gelaufen ist und die Antragstexte verfaßt und eingereicht wurden. Mehrfach trifft man sich und bespricht die einzelnen Vorträge und Vorstellungen der Projekte. Hier waren bei uns vor allem die Teilprojektleiter gefragt, Vorträge zu verfassen, die die Bedeutung der einzelnen Projekte für die Forschung herausheben. Betont wurde vor allem: „dies wurde noch nie so gemacht“. In der Tat sind wir damit gut gefahren, bis wir rausfanden, daß ein anderer Sonderforschungsbereich „sowas Ähnliches“ macht. Zumindest können wir ihre Forschung für uns gut nutzbar machen.

Die Begehung selbst wirkte ein wenig wie ein feierlicher Akt, immerhin durften wir den Thronsaal eines Schlosses dafür nutzen. Zunächst hatten wir einen Vormittag Zeit, unseren Forschungsbereich mitsamt aller Vorhaben vorzustellen. Dazu gehörten Vorträge zu den Projekten sowie eine Einleitung, die auch die Strukturen des Sonderforschungsbereichs erläuterte. Ein wesentlicher Punkt war auch die langfristige Planung und die Aussichten auf eine „zweite Förderphase“ – neue Projekte und neue Doktoranden. Uns gegenüber betonte man stets, daß wir schnell promovieren sollten, damit die zweite Förderphase genehmigt werden kann, wir jedoch vermutlich selbst keine Stelle erhalten werden. Anschließend gab es ein Mittagessen (ausnahmsweise auch vegetarierfreundlich) und Einzelgespräche der Prüfer mit den Projektgruppen. Hier sind auch die Projektmitarbeiter mehr gefragt. Es wird gerne gesehen, wenn diese auf die Nachfragen der Prüfer antworten können und werden oftmals direkt angesprochen. Etwa, was einen selbst prädestiniert dieses Projekt zu bearbeiten. (Diese Frage ist so wirklich gefallen.) Aber auch Nachfragen zu Quellen und Forschungsstand gab es von den fachlichen Prüfern. Der außerfachliche Prüfer stellte nur Interessensfragen.

Im Endeffekt ist es für uns gut gelaufen, es wurden jedoch Mittel beschnitten, was wohl eher üblich ist und ein kunsthistorisches Projekt fiel raus. Daher sollte man bereits beim Antrag 2/3 Stellen beantragen. Im Zweifelsfalle werden diese auf 1/2 Stellen gekürzt und es bleibt immernoch etwas Geld zum Leben. Diese Kürzungen fanden bei uns nicht statt. Die meisten betrafen nur die Reise- und andere Gelder. Grundsätzlich erschienen die Prüfer jedoch wohlwollend.

Falls nun bei euch Begehungen anstehen, wünsche ich euch viel Erfolg!

Liebe Grüße

Wo bin ich?

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