Die Sache mit der Einheitlichkeit

Mai 31, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Für die Onlinepräsenz der Uni müssen neue Mitarbeiterbilder her. Bisher bin ich ja drumherum gekommen, weil ich mich an den Grundsatz halten wollte, gar keine Bilder von mir im Netz stehen zu haben. Nun ist das Pflicht. Bevor die Photos „von einem ausgezeichneten Profi-Fotografen“ geschossen werden, wurden wir natürlich über die „Zeitslots“, in denen wir da sein müssen informiert … und den „Dresscode“. Es muß ja alles „einheitlich“ sein. Und „einheitlich“ heißt wohl: quark.

„…bezüglich der „Kleiderordnung“ für die nahenden Portraitshootings, würde ich Sie bitten folgende Anregungen an die Mitarbeiter des Fachbereichs weiterzuleiten, um ein angenehmes und weitestgehend einheitliches Gesamtbild zu ermöglichen:

– keine zu gesättigten (knallige) Farben
– Kleidung in eher gedeckten oder pastelligen Tönen
– Schriftzüge und Logos sollten vermieden werden
– keine zu kleinteilig gemusterten, bedruckten oder gewebten Stoffe“ (Zitat der Email)
Ja, ernsthaft denn? Wir dürfen uns nicht kleiden wie immer, damit wir häßliche Photos vor irgendwelchen Rolläden bekommen? Nicht mal die obligatorischen Bücher bekommen wir als Hintergrund – wie die „Beispielbilder“ es zeigten. Offenbar sind auch nur zwei Posen erlaubt. Generell sahen die Photos bisher aus, wie aus einer Anwaltskanzlei… und eine Uni, zumal in den Geisteswissenschaften, ist doch etwas freier. Das hätte dem Photographen doch auch irgendwie klar sein sollen. Wenn die Mitarbeiterbilder bisher denkbar individuell waren, werden sie künftig wohl durch professionellen einheitlichen Quark ersetzt. Irgendwie mißfällt mir das… (Zumal ich meine knalligen Farben mit Muster doch ganz gerne mag…)
Ein Hoch auf die Individualität.
Mit Grüßen…
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Auf den Hund gekommen…

Mai 4, 2016 § Ein Kommentar

Nun, wie das nur passieren konnte…Dante

Eigentlich bereiteten wir uns seit Monaten darauf vor, ein Tierchen ins Heim zu lassen. Daß es so ein Abenteuer wird, hatten wir jedoch nicht geahnt.

Zunächst machten wir uns klar, was für ein Hund es sein sollte, dabei spielte nicht das Aussehen eine große Rolle, sondern eher das Wesen. Er sollte bestmöglich kastriert sein, kinder- und katzenfreundlich und nicht zu schwierig. Kein Welpe, sonder einer aus dem Tierschutz bzw. Tierheim. Danach versuchten wir uns über Formalitäten etc. online zu informieren, was schwieriger war als zunächst angenommen. Man bekommt z.B. auf keiner der Seiten gesagt, wie hoch die Schutzgebühr ist und mit welchem Aufwand vorgegangen wird.

Die erste Organisation, bei der wir uns mit Interesse meldeten, war … seltsam. Uns wurde ein Interessentenbogen zugeschickt, den wir brav ausfüllten, obwohl sehr eigenwillige Fragen gestellt wurden. Durch die Art der Fragen kristallisierte sich natürlich auch heraus, was für eine Art Menschen sie gerne für ihr Tier haben würden. Man sollte Geld haben, aber ja nicht arbeiten, damit man den Hund nicht alleine läßt. Man sollte ein Auto haben und ein Haus bzw. Wohnung haben, in dem der Hund keine Treppen steigen muß und einen Garten benutzen kann. Nunja… wir haben Treppen und das war wohl der Ablehnungsgrund. „Es ist mit Sicherheit nicht gut für das Tier Treppen zu laufen.“ Ich vermute, daß auch die Anmerkung, daß wir gerne wandern, abschreckend wirkte. Als bräuchte ein Hund Auslauf, wo kämen wir da denn hin?

Nunja, die zweite Organisation war da etwas anders. Die hätten uns am liebsten gleich einen besonderen Fall gegeben, der laut Gespräch 1. keine gesundheitlichen Probleme hat, sehr gut hört und überhaupt perfekt ist. Laut Gespräch 2 ist er das meiste davon nicht mehr und es gibt laufende Kosten von 500-1000 Euro im Monat. Zudem war die Dame so forsch und rief uns mehrfach am Tag an, wollte uns unbedingt kennenlernen und das bevor wir uns für den Hund entschieden – andere Hunde wurden gar nicht erst angeboten.

Nach diesen Erlebnissen brauchten wir erstmal ein wenig Pause und verreisten nach Polen. (Wo Hund 1 übrigens herkam.)

Nach der Rückkehr wollten wir uns in den Tierheimen „mal umsehen“, gingen heute hin und kamen mit einem Hund auf Probe zurück. Natürlich fuhren wir bereits am Vormittag hin, sprachen mit der Dame und hatten fast Probleme uns zu entscheiden. Natürlich war auch ihre erste Frage: Wie lange muß der Hund alleine bleiben? Tendenziell gerade gar nicht. Das gefiel ihr und uns auch. Ansonsten war es denkbar unkompliziert mit einem Ticken Fügung. Denn gerade in diesem Augenblick rief eine Dame an (Der Hund war vorher schon online und wurde am Vortag von der Seite genommen als vergeben.), die ihn nehmen wollte und sagte ab. Sie könne ihn nicht nehmen, weil ihr Auto an dem Tag repariert wird. Nunja, wir sahen ihn uns an und er war so freundlich – und etwas ängstlich. Wir gingen zwei Stunden mit ihm spazieren und er zerrte nicht, achtete nicht auf Kaninchen, Katzen, Vögel, Autos waren ihm etwas unheimlich, aber auch unproblematisch. Wir es so kommen mußte, zog er gleich danach in der Wohnung ein. Ein schwarzer Schicksalshund!

Achja, seinen Namen „Blackdog“ änderten wir mehr oder weniger spontan in Dante.

Liebe Grüße,

Miss

Donna Tartt: Der Distelfink

Mai 4, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Erneut war dies ein Buch – heir kann man wohl kaum von einem Büchlein reden – ein Geburtstagsgeschenk. Mit diesem habe ich alle zu lesenden Geschenke gelesen und kann mich anschließend anderer Lektüre widmen. Die Motivation gestern noch bis tief in die Nacht die letzten Seiten zu lesen, war also dementsprechend hoch.

Ich muß gestehen, daß ich den Roman eigentlich genossen habe, obwohl ich keine tiefe und innige Beziehung zu den Protagonisten aufbauen konnte (Obwohl ich Hobie sehr mag.). Der Erzählstil war angenehm, die Handlungen schlüssig genug, um mich nicht stolpern zu lassen. Die Zusammenstellung der Charaktere mochte ich und die Idee einen Jungen von der Kindheit ins Erwachsenenalter zu begleiten. Darin lag für mich hauptsächlich die Motivation weiterzulesen. Was passiert denn noch?

Leider übertrieb es die Autorin am Ende etwas mit der Gefühlsdusselei. Als der Protagonist noch anfing auf den letzten Seiten zum Leser zu sprechen, wurde es für mich ganz furchtbar. Nicht darum, daß er es tat, ich stieß mich an dem, was und wie es gesagt wurde. Dies verdarb mir die gesamte Lektüre ein wenig und ich habe sie mit einem Gefühl der Unzufriedenheit beendet, wenn ich sie vorher doch sogar genossen hatte. Dementsprechend zwiespältig fällt mein Urteil auch aus. Es macht Spaß das Buch zu lesen, aber die letzten etwa 40 Seiten, könnte man auch gut weglassen.

Mit lieben Grüßen,

Miss

 

Donna Tartt: Der Distelfink. Roman, München 2015.

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