Die Deadline

März 15, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich ist eine Deadline gar nicht so problematisch, wenn man sich frühzeitig bemüht, etwas fertigzumachen, das bis zur Deadline fertig gehört. Wie wir alle wissen, klappt das aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer rechtzeitig und so versucht man es noch bis zur letzten Minute.

Heute jedoch habe ich keine Probleme damit, selbst etwas abzugeben. Der Tag der Deadline an der Uni ist schon ein besonderer. Jeder kennt ihn, jedes Semester, zwei Mal im Jahr kommt der 15 (März/September) und die Hausarbeiten müssen dem Dozenten irgendwie überreicht werden.

Für die meisten Studenten heißt es dann auch wirklich: irgendwie. Mitarbeiter werden schon im Treppenhaus angesprochen, ob man ihnen nicht doch die Hausarbeit für Frau XY in die Hand reichen kann, ohne zu bedenken, daß der Mitarbeiter, den man da gerade angeschwafelt hat mit Frau XY überhaupt nichts am Hut hat. Man sitzt halt zufällig im gleichen Gebäude. Aber ich gehe ja auch nicht in den Supermarkt neben der Apotheke und gebe dort die Rezepte ab.

Um Hausarbeiten abzugeben reicht es auch aus, wenn der Nachname der Sekretärin mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der der eigentlich für die Entgegennahme der Arbeit zuständigen Person. Es wird wild an alle Büros geklopft und dann glaubt man nicht einmal dem einen guten Rat, die Arbeit doch in den entsprechenden Briefkasten zu werfen. „Was, wenn es nicht ankommt?“, fragte gerade ein Student, dem das drei Mal dazu geraten wurde, den Briefkasten zu benutzen. Wenn er sich sicherer fühlt, kann er die Arbeit auch hierlassen, aber weitergeleitet und kontrolliert wird sie dann sicher nicht. Außerdem halte ich es nur für bedingt sinnvoll, seine Arbeiten überall auf dem Universitätsgelände zu verteilen.

Abgesehen von dem Ärger und den Unterbrechungen der Arbeit, frage ich mich doch, ob Studenten nun nicht mehr in der Lage sind, selbst zu schauen, bei wem sie denn etwas schreiben und wohin etwas gegeben werden muß, um das richtige Ziel zu erreichen. (Selbstverständlich gibt es mehr als genug Studenten, die das hinbekommen.) Es ist dennoch irritierend das Phänomen zwei Mal im Jahr pünktlich zu erleben.

Und nun auf zu den Büchern.

Mit lieben Grüßen,

Miss Anthropie

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